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#2727

Mobile Welten oder Das Museum unserer transkulturellen Gegenwart

Führung und Gespräch mit Dr. Sophia Prinz
01. September 2018 (11.30 Uhr - 13.00 Uhr)

Dinge wandern durch die Welt. Sie verändern sich. Scheinen sie auf den ersten Blick dem festen Gefüge von Benutz- und Bewertbarkeit zu unterliegen, so zeigt der zweite, dass sie sich doch in ihrer Bedeutung grundlegend wandeln. Denn diese wird nicht nur durch alltäglichen Umgang, kulturelle Praktiken, politische Indienstnahme oder wirtschaftlichen Warenverkehr bestimmt, sondern durch eine vielschichtige Überlagerung unterschiedlichster Bereiche. Das wird schon deutlich an den „Andenken“ oder „Erinnerungsstücken“, die oft für etwas stehen, was mit ihrer ursprünglichen Rolle (fast) nichts (mehr) zu tun hat.

Gerade in unserer globalisierten Gegenwart stellt sich die Frage nach „Mobilen Welten“, die von immensen Migrations- und Warenströmen gekennzeichnet sind und dementsprechende hochkomplexe Bedeutungsgeflechte hervorbringen. Dinge und Formen werden kopiert, dekonstruiert und adaptiert. Sie künden nicht nur von anderen Kulturen, sondern beeinflussen auch die eigene: Fußballtrikots bestimmter Mannschaften und Spieler werden rings um den Globus getragen, ein in Indien und in Afghanistan verbreitetes Stoffmuster trägt den Namen einer schottischen Kleinstadt: Paisley.

Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe versucht, diese Prozesse sichtbar zu machen, und trifft damit den Nerv einer Zeit, die um neue, den modernen Migrationsgesellschaften angemessenere Museumspräsentationen ringt. Kategorien wie Epoche, Nation, Geographie werden in den letzten Jahren ebenso kontrovers diskutiert wie die grundsätzliche museale Einteilung in – westliche – Kunst und – ethnologische – Nicht-Kunst. Sophia Prinz, die die Ausstellung mit dem ehemaligen documenta-Leiter Roger M. Buergel kuratiert hat, wird uns durch die Ausstellung führen und von dort aus auch die aktuellen Debatten bis zu den Kontroversen um das Humboldt-Forum erörtern.

KURATORENFÜHRUNG UND GESPRÄCH Mobile Welten oder Das Museum unserer transkulturellen Gegenwart
LEITUNG Dr. Sophia Prinz, Moderation: Dr. des. Veronika Schöne
TERMIN Samstag, 1. September 2018, 11.30-13 Uhr  
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro

Dr. Sophia Prinz
Studium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg (heute Leuphana Universität) mit Schwerpunkt Kunst- und Bildwissenschaften. Wiss. Mitarbeiterin bei Prof. Andreas Reckwitz, zunächst an der Universität Konstanz, dann an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (2006-2018). Promotion "Visuelle Formationen. Über das Verhältnis von Dingen, Subjekten und Praktiken des Sehens" (2012). Wiss. Mitarbeiterin am Johann Jacobs Museum in Zürich (2013-2018). Koordinatorin und wiss. Leiterin des BMBF-Verbundprojekts "Mobile Welten. Zur Migration von Dingen in transkulturellen Gesellschaften" (2015-2018). Gastprofessorin für die "Theorie der Gestaltung" an der Universität der Künste Berlin (seit 2018).