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UNFINISHED STORIES. Geschichten aus der Sammlung

Kuratorinnenführung mit Dr. Brigitte Kölle
21. November 2019 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

UNFINISHED STORIES nimmt die Geschichte der Kunst seit den 1960-er Jahren bis in die 2000-er Jahre in den Blick. Und die orientiert sich nicht an Stilfragen und Strömungen, sondern macht Erlebnisse und Erfahrungen nachvollziehbar, veranschaulicht Konstellationen und Bezüge. Anhand von 14 Kapiteln erzählt die Ausstellung von „Zwischenmenschlichem“ und „Familienbanden“, erkundet die Felder von „Freiheit und Gewalt“ und die „Grenzen der Macht“ und nimmt formale Aspekte wie die „Poesie der Reduktion“ sowie „Materialisierung und Dematerialisierung“ in den Blick.

Heraus kommt keine intellektuelle Verstiegenheit, sondern ein großes Vergnügen am Fabulieren: das erzählerische Potential der Kunst steht im Zentrum der neuen Sammlungspräsentation und ihre Fähigkeit, Geschichten zu entwickeln, die uns fesseln, bereichern, berühren, irritieren, provozieren und zum Weitererzählen einladen.

UNFINISHED STORIES erzählt Geschichten im Plural. Anhand von drei Erzählsträngen, die mitunter durch Blickachsen miteinander verwoben sind, geht die Präsentation zentralen Themen und Entwicklungen seit den 1960-er Jahren nach. Da ist zum einen der Mensch selbst und seine Darstellung in der Kunst. Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, Geschlechterrollen, Familienkonstellationen und Zwischenmenschliches werden befragt. Zum anderen gewinnen das Material selbst, seine Beschaffenheit und sein Eigencharakter an Bedeutung. Prozesshaftigkeit, Transformation von Energie und Zeitlichkeit sind in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte.

Ein dritter Erzählstrang widmet sich innovativen Strategien in der Kunst seit den 1960-er und 1970-er Jahren. Tradierte Konventionen werden infrage gestellt und mitunter gebrochen. Die Idee wird zur Kunst erhoben und muss nicht zwangsläufig materialisiert oder ausgeführt werden. Vor allem gewinnen die Betrachtenden an Bedeutung: Ihnen kommt nun eine veränderte, aktivere Rolle zu. Die Künstler Franz Erhard Walther, Arthur Köpcke und Felix Gonzalez-Torres nehmen daher eine zentrale Position innerhalb der Ausstellung ein und stehen stellvertretend für einen „offenen Werkbegriff“, der die Betrachtenden als Vollender und Komplizen der Kunst versteht.

Wir wollen mit der Kuratorin Brigitte Kölle durch die Ausstellung gehen, Geschichten folgen und Entwicklungen verstehen.

KURATORINNENFÜHRUNG UNFINISHED STORIES. Geschichten aus der Sammlung
LEITUNG Dr. Brigitte Kölle
ORT Galerie der Gegenwart
TERMIN Donnerstag 21. November 2019, 19 bis 20.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 9 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)

Dr.  Brigitte  Kölle
Dr. Brigitte Kölle
Studium der Kultur- und Museumswissenschaften in Hildesheim und New York. Kuratorin an internationalen Ausstellungshäusern, u. a. Institute of Visual Arts, Milwaukee; P.S 1, New York; Sammlung Froehlich, Stuttgart; Portikus, Frankfurt am Main; Kunsthalle Wien; Kunstsammlung K21, Düsseldorf. Seit Mai 2011 an der Hamburger Kunsthalle; Leitung der Galerie der Gegenwart für Malerei und Skulptur.