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Berlin: Die NS-Kulturpolitik und die Kunst der Moderne. „Bestandsaufnahme Gurlitt“ und „London 1938“

Tagesfahrt mit Dorith Will, M. A.
08. Dezember 2018
ausgebucht
Wir bieten diese Tagesfahrt zusätzlich auch am 17.12. an.

Im November 2013 sorgte der sogenannte „Schwabinger Kunstfund“ weltweit für Schlagzeilen. Denn die 1500 Kunstwerke, die Cornelius Gurlitt (1932–2014), der zurückgezogen lebende Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895–1956) von seinem Vater geerbt hatte, waren verdächtig: Handelte es sich um Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus? Immerhin war Hildebrandt Gurlitt, ursprünglich ein engagierter Verfechter der Moderne, später als stattlich bevollmächtigter „Verwerter“ der beschlagnahmten Werke „entarteter“ Kunst eine Schlüsselfigur im System der NS-Kulturpolitik.

Nach Ausstellungen in Bonn und Bern wird das Ergebnis der jahrelangen Erforschung des Funds nun zum Abschluss in einer großangelegten Schau mit dem Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt. Ein Kunsthändler im Nationalsozialismus“ im Berliner Gropius Bau präsentiert. Gezeigt werden nicht nur ungefähr 250 Kunstwerke, die jahrzehntelang dem Blick der Öffentlichkeit entzogen waren, sondern es wird die Herkunft jedes einzelnen Werks thematisiert. Die Ausstellung gewährt so auch Einblicke in die Geschichte der Objekte und die Schicksale der meist jüdischen Sammler, Händler und Künstler, die dem NS-System zum Opfer fielen.

Nach der Mittagspause besuchen wir die Ausstellung „London 1938 – Mit Kandinsky, Liebermann und Nolde gegen Hitler“ in der Liebermann-Villa am Wannsee. Sie rekonstruiert in Kooperation mit der Wiener Library, London, die legendäre Schau „Twentieth Century German Art“, die im Sommer 1938 in London zu sehen war: nicht nur die bis heute größte Ausstellung deutscher Moderne in England, sondern auch die größte internationale Antwort auf die Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ vom Jahr zuvor.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Samstag, 8. Dezember 2018
KOSTENBEITRAG 128 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn inkl. Reservierung, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.