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#3138

Berlin: „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ und Das Verborgene Museum

Exkursion mit Dr. Annegret Friedrich
29. Februar 2020
ausgebucht

Vor genau 100 Jahren konnten die ersten Frauen ein reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit“ nimmt dieses zwiespältige Jubiläum zum Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen zu dokumentieren, die vor 1919 trotz aller Widrigkeiten Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie gefunden haben – auch wenn sie dort meist im Depot verschwanden.

Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch etlichen Frauen eine Karriere innerhalb des männlich dominierten Kunstbetriebes, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen ab der Jahrhundertmitte. Der Zugang zu Kunstakademien wurde ihnen nun zunehmend verwehrt. In der Folge wichen viele nach Paris aus, wo sie an einer der privaten Akademien studierten. In Berlin bot ab 1867 der Verein Berliner Künstlerinnen Unterricht für Frauen an.

Die Ausstellung in der Alten Nationalgalerie erzählt nun von den Versäumnissen des Museums, aber auch von dem erstaunlichen Erfindungsreichtum und Durchsetzungsvermögen der Künstlerinnen. Zu sehen sind über 60 Gemälde und Skulpturen von Künstlerinnen zwischen Klassizismus und Expressionismus, angefangen bei dem bemerkenswerten Selbstporträt von Anna Dorothea Therbusch, die schon 1764 Hofmalerin in Mannheim wurde, später nach Paris ging, von der Académie Royale aufgenommen wurde und ihre Bilder selbstbewusst mit „Peintre du Roi“ signierte.

Ergänzend besuchen wir das „Verborgene Museum“ in Charlottenburg, das sich seit 1987 als weltweit einzige Institution ausschließlich vergessenen Künstlerinnen des letzten und vorletzten Jahrhunderts widmet. Zu entdecken ist dort zurzeit das Werk der Wiener Fotografin Marianne Strobl (1865–1917), die seit 1894 auf Großbaustellen und in Industriebetrieben unterwegs war und als erste Industriefotografin der k. u. k.-Monarchie gilt.

LEITUNG Dr. Annegret Friedrich
TERMIN Samstag, 29. Februar 2020
KOSTENBEITRAG 110 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn inkl. Reservierung, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr.  Annegret Friedrich
Dr. Annegret Friedrich
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Karlsruhe, Tübingen und Hamburg; Promotion 1993. Lehrte an der HBK Braunschweig und den Universitäten Trier, Gießen und Hamburg; lebt seit 2008 als freiberufliche Dozentin und Studienreiseleiterin in Hamburg.