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Das Haus Michaelsen von Karl Schneider und das Puppenmuseum Falkenstein

Führung mit Dr. Rüdiger Joppien
19. August 2018 (14.00 Uhr - 16.00 Uhr)
ausgebucht

Hoch über dem Falkensteiner Elbufer steht Hamburgs eindrucksvollstes Landhaus aus den 1920er-Jahren. Die weiße Villa mit ihren kubischen, collageartig zusammengesetzten Grundformen und gebogenen Panoramascheiben, von Karl Schneider (1892–1945) 1923 für das Ehepaar Michaelsen errichtet, gehört zu den architektonischen Kostbarkeiten der Hansestadt.

Seinem Architekten trug dieses Schlüsselwerk des Neuen Bauens frühen Ruhm ein. Doch 1933 wurde Schneider, inzwischen Professor an der Landeskunstschule, von den Nationalsozialisten aus dem Amt vertrieben; 1938 folgte er seiner jüdischen Lebenspartnerin, der Photographin Ursula Wolff, ins Exil nach Chicago. Das Haus wurde 1955 an den Verleger Axel Springer verkauft. In den darauffolgenden Jahrzehnten verfiel es zusehends. 1980 schenkte Springer es der Stadt, und wenn die Galeristin Elke Dröscher es nicht gepachtet und auf eigene Kosten renoviert hätte, stünde eines der bedeutendsten Architekturdenkmäler Hamburgs heute nicht mehr. So jedoch ist das Haus Michaelsen seit 1986 wieder als herausragendes Zeugnis des Neuen Bauens erlebbar. Es beherbergt außerdem Dröschers Galerie Kunstraum Falkenstein sowie ihr privates Puppenmuseum.

Nach einem ausführlichen architekturgeschichtlichen Rundgang besuchen wir die diesjährige Sonderausstellung „Kinderstube des Biedermeier – Die Erfindung bürgerlicher Kindheit“. Zu sehen sind Holzstiche und Kinderbücher des Dresdner Malers Oscar Pletsch (1830–1888) sowie etwa 100 Daguerreotypien aus den Jahren zwischen 1840 und 1855, zum größten Teil noch in den originalen Rahmen oder Lederetuis. Entrückt und dennoch in allen Details gegenwärtig, wird in den Porträts und Familienszenen die ferne Welt der bürgerlichen Kindheit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder lebendig.

LEITUNG Dr. Rüdiger Joppien
TERMIN Sonntag, 19. August 2018, 14 bis 16 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. Rüdiger Joppien
Dr. Rüdiger Joppien
von 1987 bis 2011 Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Seit 2009 Honorarprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg.