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#2652

Die Farben der Kunst. Teil VIII: Weiß – Tabula rasa und Neuanfang

Seminar mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
22. August 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch an fünf weiteren Terminen an.

Weiß, seit Aristoteles eine der Grundfarben und bereits traditionell mit Reinheit und Unschuld, aber auch mit dem Göttlichen assoziiert, erfuhr in der Moderne noch einmal eine enorme Aufwertung. Die Antikensehnsucht des 18. Jahrhunderts dachte sich die klassischen Skulpturen weiß – im Gegensatz zur Buntheit und Profanität der Welt. Die antikische Aura von Kühle und Erhabenheit beeinflusste nicht nur die Architektur des Klassizismus; auch die Architekten der Avantgarde von Theo van Duisburg über Walter Gropius bis Le Corbusier träumten vom asketisch weißen, vergeistigten Bau der Moderne.

Nachdem die Kunst des 19. Jahrhunderts von Turner über Monet bis Whistler das Weiß als Farbe rehabilitiert hatte, wurde es – parallel zu seiner ideologischen Besetzung in der Architektur – auch in der avantgardistischen Malerei zu einem zentralen Thema. Die Idee des weißen Bildes stand nunmehr, bei Kandinsky ebenso wie bei Malewitsch oder nach dem Zweiten Weltkrieg bei Lucio Fontana und den Künstlern der Gruppe ZERO, als Synonym für die „tabula rasa“ und einen fundamentalen Neuanfang.

In der konzeptuellen Malerei eines Robert Ryman schließlich – aber auch im „White Cube“ des Galerieraums – kommt die Kunst gleichsam zu sich selbst; sie hat sich von allen außerbildlichen Bezügen befreit. Unsere Seminarreihe, in der wir in den vergangenen zwei Jahren die Geschichte der wichtigsten Farben und ihre Verwendung in der Kunst von der Antike bis in die Gegenwart nachgezeichnet und dabei auch die Sammlung der Hamburger Kunsthalle aus einer neuen Perspektive betrachtet haben, beschließen wir daher mit dem Weiß.

Wie alle bisherigen ist auch diese Veranstaltung thematisch in sich abgeschlossen. Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Mittwoch, 22. August 2018, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).