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Künstlerinnen der Moderne: Von Ida Gerhardi bis Jeanne Mammen

Seminar mit Dr. Katrin Schmersahl
14. Oktober 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)

„Müssen Frauen unbekleidet sein, um ins Museum zu kommen?“ Diese provokante Frage einiger Aktivistinnen vor nunmehr knapp 30 Jahren müsste auch heute noch für die meisten Museen mit Ja beantwortet werden. Nach wie vor gibt es mehr Frauenakte auf Bildern als Bilder von Frauen. Bis heute sind Künstlerinnen in den öffentlichen Sammlungen unterrepräsentiert. Dabei haben sie durchaus zum Durchbruch der Moderne beigetragen. Allerdings brauchten Frauen, die um 1900 ernsthaft Künstlerinnen werden wollten, eine große Portion Selbstbewusstsein, wurden sie doch in aller Regel als „Malweiber“ und „Dilettantinnen“ diffamiert.

Dennoch: Eine Reihe von Künstlerinnen machte sich Ende des 19. Jahrhunderts auf den Weg, unter ihnen Ida Gerhardi, Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Slavona, Julie Wolfthorn und andere. Da ihnen die Akademien zumindest in Deutschland noch bis 1919 versperrt bleiben sollten, gründeten sie eigene Vereine, studierten in Berlin und München an sogenannten „Frauenakademien“ oder zogen voller Aufbruchsstimmung nach Paris. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs mussten sie den Ort ihrer künstlerischen Sehnsucht allerdings wieder verlassen.

Der Krieg brachte nicht zuletzt tiefgreifende Veränderungen im Geschlechterverhältnis mit sich. Zur Zeit der Weimarer Republik flanierte nun die sogenannte Neue Frau, also der Typus der selbstbestimmten und berufstätigen Frau, durch die Großstadt – erstmals ohne männliche Begleitung. Darunter befanden sich wieder zahlreiche Künstlerinnen wie Jeanne Mammen oder Lotte Laserstein, die sich und andere zumeist im Stil der Neuen Sachlichkeit porträtierten. Doch wurde auch dieser erneute, ambitionierte Aufbruch durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten abrupt beendet.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Katrin Schmersahl
TERMIN Sonntag, 14. Oktober 2018, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Katrin Schmersahl
Dr. Katrin Schmersahl
Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft in Tübingen und Hamburg, promovierte Historikerin. Teilnahme am Forschungsprojekt „Geschlechtergeschichte der Politik“; wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg. Seit Jahren in der Erwachsenenbildung engagiert und begeisterte „Elbläuferin“ und Parkführerin (www.elbblicke.de). Jüngste Veröffentlichungen u. a.: „Hamburger Elbblicke. Die Geschichte der Parks, Landhäuser und Familien entlang der Elbchaussee“ sowie gemeinsam mit Jürgen Weber „Spaziergänge am Elbufer und durch die Parks“ (beide 2012).