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Zwischen Opulenz und Ekel: Stillleben von Willem Claesz. Heda bis Mona Hatoum

Seminar mit Dr. Gabriele Himmelmann
12. September 2018 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 5.9.2018 an.

Die bildliche Darstellung von Früchten, Alltagsgegenständen und Preziosen aller Art hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Seit jeher faszinierte die Menschen die Fähigkeit der Künstler, Dinge in perfekter Illusion vor Augen zu führen. Zu einer eigenständigen Gattung avancierte das Stillleben allerdings erst im Barock. Insbesondere die niederländischen Maler präsentierten kostbare und erlesene Gegenstände, die im Betrachter Begehrlichkeiten zu wecken vermochten – die aber bisweilen auch mit versteckten Sinnschichten verbunden waren, etwa der Forderung nach Reflexion der Endlichkeit allen Daseins inmitten der üppigen Zurschaustellung des Wohllebens.

In der Folge hat die Stilllebenmalerei ihren Themenkanon beständig erweitert und mit neuen Fragestellungen verbunden. Philipp Otto Runge, Jacob Gensler oder Gustave Courbet verfolgen mit ihren Darstellungen von Blumen je unterschiedliche Bildkonzepte. Adolph Menzels „Atelierwand“ fügt einen spezifisch realistischen Blick auf die Gattung hinzu. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts sowie in der Klassischen Moderne bleibt die Stilllebenmalerei für die Künstler spannungsvoll vor allem im Hinblick auf malerische Fragestellungen.

Unser Rundgang durch die Sammlung der Hamburger Kunsthalle endet in der Galerie der Gegenwart. Insbesondere Mona Hatoums Arbeit „Deep Throat“ (1996) wirft zusätzliche Fragen innerhalb der Gattung auf. Gegen die reizvollen malerischen Oberflächen richtet sich hier der Blick auf die verborgenen Tiefen des menschlichen Körpers; Tabuisierung, aber auch Abneigung und Ekel angesichts des Gezeigten werden thematisiert.

Das Seminar findet vor den Originalen in der Sammlung statt.

LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN
Mittwoch, 12. September 2018, jeweils 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Institute of Design, der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.