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Pompeji und die Folgen. Die Rezeption der Antike in Kunst und Kultur um 1800

Seminarreihe mit Dr. Annegret Friedrich
24. Februar 2019 - 24. März 2019 (11.00 Uhr - 14.00 Uhr)
nicht einzeln buchbar

Die Wiederentdeckung der antiken Städte Herkulaneum, Pompeji und Paestum um die Mitte des 18. Jahrhunderts hatte einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die europäische Kunst- und Kulturgeschichte. Nicht nur, dass mit ihr die Geschichte der modernen Archäologie einsetzt und ein Besuch der Ausgrabungsorte zum „Muss“ der Grand-Tour-Reisenden wurde – die Funde haben vor allem den Geschmack der Zeit revolutioniert, sei es in der Malerei und Skulptur, der Architektur, der Mode und der Innenausstattung bis hin zur Möbel- und Porzellankunst.

Künstler hielten fortan verstärkt ihre Eindrücke der Landschaft Kampaniens im Bild fest – erinnert sei nur an Tischbeins berühmtes Goethe-Bildnis. Das Wörlitzer Gartenreich mit seinem künstlichen Vesuv, das Pompejanum in Aschaffenburg, die „pompejanischen“ Innendekorationen Hamburger und Lübecker Bürgervillen: All dies sind Belege für eine umfassende Faszinationsgeschichte im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Und auch wenn diese von einer Reihe grandioser Missverständnisse begleitet wurde – Johann Joachim Winckelmanns Rede von der „edlen Einfalt und stillen Größe“ gehört ebenso dazu wie seine Fiktion einer „reinen“ weißen Antike –, so ging der Klassizismus doch auch einher mit einem neuen Interesse für die Ideen der „Polis“, der Republik und letztlich der Demokratie.

In unserer Seminarreihe zeichnen wir die Geschichte der Ausgrabungen, ihre Rahmenbedingungen und vor allem ihre Folgen für die Kunst- und Kulturgeschichte nach. Anhand der Mode um 1800, der Selbstinszenierungen und Rollenporträts etwa von Angelika Kauffmann, der „Attitüdenkunst“ Lady Emma Hamiltons und diversen Reiseberichten soll dabei auch der Frage nachgegangen werden: Gibt es eine spezifisch weibliche Antikenrezeption?

Die Seminare finden im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Annegret Friedrich
TERMINE Sonntag, 24. Februar 2019; Sonntag, 10. März 2019; Sonntag, 24. März 2019, jeweils 11 bis 14 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 68 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Annegret Friedrich
Dr. Annegret Friedrich
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Karlsruhe, Tübingen und Hamburg; Promotion 1993. Lehrte an der HBK Braunschweig und den Universitäten Trier, Gießen und Hamburg; lebt seit 2008 als freiberufliche Dozentin und Studienreiseleiterin in Hamburg.