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Das Material der Kunst. Teil IV: Bronze – ein Stoff für die Ewigkeit

Seminar mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
29. April 2020 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar auch an alternativen Terminen an.

Als ältestes Metall und – neben Marmor – klassisches Material der Bildnerei umgibt die Bronze bis heute die Aura von Macht und Beständigkeit. In der Antike war sie aufs Engste mit der Geschichte des römischen Imperiums verbunden. In der „ewigen Stadt“ selbst wurden über Jahrhunderte antike Bronzestatuen auf dem Lateransplatz zusammengetragen und wiesen ihn als Ort zunächst der kaiserlichen, später der päpstlichen Gerichtsbarkeit aus. Seit dem Mittelalter wurden zunehmend auch Aufträge für neue Bronzewerke erteilt; nun war es vor allem der kirchliche Kontext, der dem Material – in Gestalt von Portalen, Taufbecken, Kruzifixen und Reliquiaren – seine Würde verlieh.

Ihre Bedeutung als Medium unterschiedlichster Repräsentationsbedürfnisse konnte die Bronze bis zum Denkmalkult des 19. Jahrhunderts behaupten. Umso kritischer wurde sie in der Moderne beurteilt. Künstler wie Rodin und Rosso versuchten, dem Material eine „impressionistische“ Momenthaftigkeit einzuprägen; bei Giacometti und Richier werden die vernarbten Oberflächen zur Antithese der klassischen Heldenfigur, und Giuseppe Penone führt den Ewigkeitscharakter des Materials mit seinen vergoldeten Bronzekartoffeln geradezu ad absurdum.

In unserer Reihe beschäftigen wir uns mit der Geschichte und Bedeutung der künstlerischen Materialien. Zu den überlieferten Werkstoffen traten in der Moderne zahllose neue hinzu; vom Gips über die Industrie- und Alltagsmaterialien bis hin zum menschlichen Körper wurde schließlich alles zum Material der Kunst.

Jede Veranstaltung innerhalb der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann auch ohne Vorbereitung besucht werden. Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

Lektüretipp:
Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner u. a., Verlag C.H. Beck 2010, 15,95 Euro

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Mittwoch, 29. April 2020, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).