Die Ausstellungen von Ulla von Brandenburg (geb. 1974) verwandeln Museen stets in außergewöhnliche Bühnenräume, in denen Sinnliches und Übersinnliches aufeinandertreffen. Malerei, Skulptur, Textilarbeiten, Filme und Performances verbinden sich zu komplexen, poetischen Gesamtkunstwerken, die das Sichtbare und das Unsichtbare zugleich erfahrbar machen.
Für ihre aktuelle Ausstellung im Ernst Barlach Haus ließ sich die Künstlerin von einem längeren Aufenthalt in Japan inspirieren. Dort erforschte sie das traditionelle Figuren- und Puppentheater, Festkulturen und Rituale, Architektur mit betonten Schwellen und Übergängen, textile Färbetechniken sowie die japanische Vorstellung von Yōkai – freundliche Geister oder Dämonen – und die Ästhetik des Zwielichts, wie sie Jun’ichirō Tanizaki 1933 in Lob des Schattens beschrieb.
Diese Erfahrungen fließen in Brandenburgs Arbeiten ein und treten mit ausgewählten Werken Ernst Barlachs in einen intensiven Dialog. Das Ergebnis ist ein Parcours, der historische Bezüge, kulturelle Inspirationen und aktuelle künstlerische Positionen zu einem vielschichtigen, sinnlichen Erlebnis verschränkt.

