AUSSICHTEN #5

Heinrich Hoerle, Mann und Frau, 1933, Wachs auf Papier, aufgezogen auf Sperrholz, 97,5 x 117 cm, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, © SHK / Hamburger Kunsthalle / ARTOTHEK, Foto: Elke Walford
Mit einem einführenden Text von Toby Kamps

Die Zeit von 1900 bis 1960 war geprägt von rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen und einer explosionsartigen Zunahme neuer Kunstformen. Begeistert von Innovation entwickelten die Avantgarden neue Ausdrucksformen, in denen sich die Fortschritte in Naturwissenschaft und Psychologie ebenso spiegeln wie die Umwälzungen durch die industrielle Revolution und die beiden Weltkriege. Kubismus, Expressionismus und Surrealismus sind bis heute Teil unseres allgemeinen Sprachgebrauchs und haben unseren Blick auf die Welt für immer verändert.

This Is the Modern World. Durchbrüche in der Kunst 1900–1960: Der Titel der neuen Ausstellung – der ersten, seit das Adjektiv klassisch aus dem Namen des Sammlungsbereichs gestrichen wurde – spielt sowohl mit dem kunsthistorischen Begriff modern als auch mit seiner alltäglichen Bedeutung. Die Kunst der Blütezeit der Moderne zeigt, wie sehr die radikalen Fragen von damals, etwa was ein Kunstwerk sein kann, die Debatten bis heute prägen. Mit ihren rasanten kulturellen und politischen Umbrüchen ist unsere Gegenwart in vielerlei Hinsicht mit dem frühen 20. Jahrhundert vergleichbar. Auch heute erkunden Künstlerinnen und Künstler sowie kreative Denkerinnen und Denker die Möglichkeiten, die die Modernisten für die Vorstellungskraft eröffnet haben.

Eine Neugestaltung der Dauerausstellung bietet die Gelegenheit für einen »Reset« – um die ganze Tiefe der Schätze des Bestands an moderner Kunst der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Zugleich schafft sie die Möglichkeit, Stil- und Themenlinien sowie wichtige Persönlichkeiten der Sammlung in ein neues Licht zu rücken.

This Is the Modern World verbindet chronologische und thematische Aspekte. Zwei Einführungsräume zeigen die frühen Pioniere der modernen Kunst beziehungsweise die Vielfalt und kreative Kraft dieser Epoche über Jahrzehnte und Orte hinweg. Darüber hinaus stehen zwei deutsche Kunstschaffende – Max Beckmann und die Hamburgerin Anita Rée – als Leitfiguren im Mittelpunkt. Ihre Werke, die immer wieder auftauchen und ihre sich weiterentwickelnden Ansätze zeigen, unterstreichen das Experimentieren als oberstes Gebot der Moderne. Zugleich verweisen ihre Selbstporträts auf neue Vorstellungen von Mann und Frau sowie auf die Handlungsfähigkeit des Individuums nach der Wende zum 20. Jahrhundert.

Toby Kamps, Ausstellungskurator und Sammlungsleiter Moderne

Heinrich Hoerle, Mann und Frau, 1933, Wachs auf Papier, aufgezogen auf Sperrholz, 97,5 x 117 cm, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, © SHK / Hamburger Kunsthalle / ARTOTHEK, Foto: Elke Walford
Mit einem einführenden Text von Toby Kamps

Die Zeit von 1900 bis 1960 war geprägt von rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen und einer explosionsartigen Zunahme neuer Kunstformen. Begeistert von Innovation entwickelten die Avantgarden neue Ausdrucksformen, in denen sich die Fortschritte in Naturwissenschaft und Psychologie ebenso spiegeln wie die Umwälzungen durch die industrielle Revolution und die beiden Weltkriege. Kubismus, Expressionismus und Surrealismus sind bis heute Teil unseres allgemeinen Sprachgebrauchs und haben unseren Blick auf die Welt für immer verändert.

This Is the Modern World. Durchbrüche in der Kunst 1900–1960: Der Titel der neuen Ausstellung – der ersten, seit das Adjektiv klassisch aus dem Namen des Sammlungsbereichs gestrichen wurde – spielt sowohl mit dem kunsthistorischen Begriff modern als auch mit seiner alltäglichen Bedeutung. Die Kunst der Blütezeit der Moderne zeigt, wie sehr die radikalen Fragen von damals, etwa was ein Kunstwerk sein kann, die Debatten bis heute prägen. Mit ihren rasanten kulturellen und politischen Umbrüchen ist unsere Gegenwart in vielerlei Hinsicht mit dem frühen 20. Jahrhundert vergleichbar. Auch heute erkunden Künstlerinnen und Künstler sowie kreative Denkerinnen und Denker die Möglichkeiten, die die Modernisten für die Vorstellungskraft eröffnet haben.

Eine Neugestaltung der Dauerausstellung bietet die Gelegenheit für einen »Reset« – um die ganze Tiefe der Schätze des Bestands an moderner Kunst der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Zugleich schafft sie die Möglichkeit, Stil- und Themenlinien sowie wichtige Persönlichkeiten der Sammlung in ein neues Licht zu rücken.

This Is the Modern World verbindet chronologische und thematische Aspekte. Zwei Einführungsräume zeigen die frühen Pioniere der modernen Kunst beziehungsweise die Vielfalt und kreative Kraft dieser Epoche über Jahrzehnte und Orte hinweg. Darüber hinaus stehen zwei deutsche Kunstschaffende – Max Beckmann und die Hamburgerin Anita Rée – als Leitfiguren im Mittelpunkt. Ihre Werke, die immer wieder auftauchen und ihre sich weiterentwickelnden Ansätze zeigen, unterstreichen das Experimentieren als oberstes Gebot der Moderne. Zugleich verweisen ihre Selbstporträts auf neue Vorstellungen von Mann und Frau sowie auf die Handlungsfähigkeit des Individuums nach der Wende zum 20. Jahrhundert.

Toby Kamps, Ausstellungskurator und Sammlungsleiter Moderne