Die Gründung der Freunde der Kunsthalle e. V.
Unsere Geschichte beginnt im Jahre 1923 ...
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Max Slevogt, Gustav Pauli, 1924 (Detail), Hamburger Kunsthalle, Geschenk der Freunde der Kunsthalle e. V., 1925, Sammlung: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford

Unsere Geschichte seit 1923

Postkarte aus den 1920er Jahren mit Blick von Süden auf den zwischen 1912 und 1919 errichteten Neubau
Die 1920er-Jahre
Am Anfang war Gustav Pauli. Im April 1914 kam der bisherige Direktor der Kunsthalle Bremen nach Hamburg, um die Nachfolge Alfred Lichtwarks anzutreten. Und Pauli brachte gleich eine neue Idee mit: Ihm schwebte die Gründung eines Fördervereins vor, der in seinen Zielen allein an die Hamburger Kunsthalle gebunden sein sollte, einer Vereinigung, die nicht nur eigene Mitglieder gewinnen, sondern auch ein Dach für bereits bestehende kunstinteressierte Gesellschaften in Hamburg bilden sollte.

Allerdings dauerte es einige Jahre, bis Pauli seine Idee umsetzen konnte, da der Erste Weltkrieg die Tätigkeit des neuen Kunsthallendirektors stark behinderte. Der richtige Zeitpunkt war gekommen, als 1923 der Vortragssaal zwischen Alt- und Neubau der Kunsthalle fertig gestellt war, den Pauli schon lange gefordert hatte. In diesen Räumlichkeiten, dem heutigen Hubertus-Wald-Forum, fand am 15. Januar 1923 die Gründungsversammlung der Freunde der Kunsthalle statt.

Noch am selben Tag trat im Direktorenzimmer der neue Vorstand zusammen und wählte Carl Petersen zum ersten und Gustav Pauli zum stellvertretenden Vorsitzenden. Beide standen in den folgenden zehn Jahren an der Spitze des Vereins: Petersen, ab 1924 Erster Bürgermeister in Hamburg, trug durch sein hohes Ansehen entscheidend zur Reputation bei, während Pauli, der spiritus rector der Freunde, die entscheidende Figur im Vorstand war.

Pauli war in dieser Zeit ganz vom Schwunge republikanischer Erneuerung erfasst. Die Hamburger Kunsthalle sollte sich mittels der Freunde für weitere Kreise der Bevölkerung öffnen. Während bürgerliche Fördervereinigungen vor allem um finanzkräftige Mitglieder warben und Arbeiterbildungsvereine spezielle Angebote für ihre Klientel organisierten, verfolgten die Freunde eine andere Zielsetzung. In ihrer ersten Werbedrucksache hieß es:
»Freunde der Kunsthalle! Unter diesem Namen ist eine Vereinigung gegründet worden, die im Anschluß an die Sammlungen der Kunsthalle Kunstfreunde der verschiedenen Berufsstände und verschiedenen Alters zu sammeln bestrebt ist. In einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Erschütterung wollen wir unserer Bevölkerung Stunden der Erbauung, Belehrung und des geistigen Genusses bereiten.«

Ein Blick in das erste Mitgliederverzeichnis von 1923 zeigt, dass dieser Anspruch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Manchmal traten gesamte Nachbarschaften oder Berufsgruppen den Freunden bei, so z. B. die Bewohner der Straßen Am Weiher und Blumenau sowie die Krankenschwestern der Universitätsklinik Eppendorf. Auch viele Volksschullehrer wurden Mitglied. Auffällig ist zudem der hohe Anteil von Frauen, darunter Telegrafinnen und Handels- und Büroangestellte, und die große Zahl jüdischer Mitglieder aus den Stadtteilen Rotherbaum, Grindel und Eppendorf. Im ersten Jahr ihres Bestehens konnten die Freunde erstaunliche 3.680 Mitglieder gewinnen, eine Zahl, die erst 1994 wieder erreicht werden sollte.

Im Zentrum der Vereinsaktivitäten der 1920er Jahre standen Führungen durch die Galerie, Besichtigungen des Kupferstichkabinetts sowie Vorträge, die im Vortragssaal der Kunsthalle stattfanden. Pauli war für die Themenauswahl verantwortlich, und es gelang ihm immer, prominente Referenten dorthin zu holen. Es sprachen, um nur einige Namen zu nennen: die Kunsthistorikerin Rosa Schapire, Fritz Schumacher, der im Zyklus von 1926/27 über Städtebau referierte, der Musikwissenschaftler und -pädagoge Hans Mersmann sowie der Direktor der Kunsthalle Mannheim, Gustav Friedrich Hartlaub. Auch die Vereinsmitglieder Aby Warburg und Erwin Panofsky (seit 1927 Vorstandsmitglied) hielten Vorträge, ebenso Pauli selbst.

Wenn er redete, war der Vortragssaal immer überfüllt. Pauli, so schrieb der »Hamburger Anzeiger« am 30. September 1933 rückblickend, »verstand seine Sache immer so anschaulich zu machen, daß auch der Kaufmann, abgehetzt und müde nach Geschäftsschluß, der Beamte oder die Hausfrau, ihm mit Interesse folgten und ihn verstanden.«
Postkarte aus den 1920er Jahren mit Blick von Süden auf den zwischen 1912 und 1919 errichteten Neubau
Die 1920er-Jahre
Am Anfang war Gustav Pauli. Im April 1914 kam der bisherige Direktor der Kunsthalle Bremen nach Hamburg, um die Nachfolge Alfred Lichtwarks anzutreten. Und Pauli brachte gleich eine neue Idee mit: Ihm schwebte die Gründung eines Fördervereins vor, der in seinen Zielen allein an die Hamburger Kunsthalle gebunden sein sollte, einer Vereinigung, die nicht nur eigene Mitglieder gewinnen, sondern auch ein Dach für bereits bestehende kunstinteressierte Gesellschaften in Hamburg bilden sollte.

Allerdings dauerte es einige Jahre, bis Pauli seine Idee umsetzen konnte, da der Erste Weltkrieg die Tätigkeit des neuen Kunsthallendirektors stark behinderte. Der richtige Zeitpunkt war gekommen, als 1923 der Vortragssaal zwischen Alt- und Neubau der Kunsthalle fertig gestellt war, den Pauli schon lange gefordert hatte. In diesen Räumlichkeiten, dem heutigen Hubertus-Wald-Forum, fand am 15. Januar 1923 die Gründungsversammlung der Freunde der Kunsthalle statt.

Noch am selben Tag trat im Direktorenzimmer der neue Vorstand zusammen und wählte Carl Petersen zum ersten und Gustav Pauli zum stellvertretenden Vorsitzenden. Beide standen in den folgenden zehn Jahren an der Spitze des Vereins: Petersen, ab 1924 Erster Bürgermeister in Hamburg, trug durch sein hohes Ansehen entscheidend zur Reputation bei, während Pauli, der spiritus rector der Freunde, die entscheidende Figur im Vorstand war.

Pauli war in dieser Zeit ganz vom Schwunge republikanischer Erneuerung erfasst. Die Hamburger Kunsthalle sollte sich mittels der Freunde für weitere Kreise der Bevölkerung öffnen. Während bürgerliche Fördervereinigungen vor allem um finanzkräftige Mitglieder warben und Arbeiterbildungsvereine spezielle Angebote für ihre Klientel organisierten, verfolgten die Freunde eine andere Zielsetzung. In ihrer ersten Werbedrucksache hieß es:
»Freunde der Kunsthalle! Unter diesem Namen ist eine Vereinigung gegründet worden, die im Anschluß an die Sammlungen der Kunsthalle Kunstfreunde der verschiedenen Berufsstände und verschiedenen Alters zu sammeln bestrebt ist. In einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Erschütterung wollen wir unserer Bevölkerung Stunden der Erbauung, Belehrung und des geistigen Genusses bereiten.«

Ein Blick in das erste Mitgliederverzeichnis von 1923 zeigt, dass dieser Anspruch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Manchmal traten gesamte Nachbarschaften oder Berufsgruppen den Freunden bei, so z. B. die Bewohner der Straßen Am Weiher und Blumenau sowie die Krankenschwestern der Universitätsklinik Eppendorf. Auch viele Volksschullehrer wurden Mitglied. Auffällig ist zudem der hohe Anteil von Frauen, darunter Telegrafinnen und Handels- und Büroangestellte, und die große Zahl jüdischer Mitglieder aus den Stadtteilen Rotherbaum, Grindel und Eppendorf. Im ersten Jahr ihres Bestehens konnten die Freunde erstaunliche 3.680 Mitglieder gewinnen, eine Zahl, die erst 1994 wieder erreicht werden sollte.

Im Zentrum der Vereinsaktivitäten der 1920er Jahre standen Führungen durch die Galerie, Besichtigungen des Kupferstichkabinetts sowie Vorträge, die im Vortragssaal der Kunsthalle stattfanden. Pauli war für die Themenauswahl verantwortlich, und es gelang ihm immer, prominente Referenten dorthin zu holen. Es sprachen, um nur einige Namen zu nennen: die Kunsthistorikerin Rosa Schapire, Fritz Schumacher, der im Zyklus von 1926/27 über Städtebau referierte, der Musikwissenschaftler und -pädagoge Hans Mersmann sowie der Direktor der Kunsthalle Mannheim, Gustav Friedrich Hartlaub. Auch die Vereinsmitglieder Aby Warburg und Erwin Panofsky (seit 1927 Vorstandsmitglied) hielten Vorträge, ebenso Pauli selbst.

Wenn er redete, war der Vortragssaal immer überfüllt. Pauli, so schrieb der »Hamburger Anzeiger« am 30. September 1933 rückblickend, »verstand seine Sache immer so anschaulich zu machen, daß auch der Kaufmann, abgehetzt und müde nach Geschäftsschluß, der Beamte oder die Hausfrau, ihm mit Interesse folgten und ihn verstanden.«
Kriegszerstörungen im Lesesaal des Kupferstichkabinetts, 1944
Unter dem Hakenkreuz
Auch in der Geschichte der Freunde der Kunsthalle stellt die Machtergreifung der Nationalsozialisten einen tiefen Einschnitt dar. Das NS-Regime entwickelte eine Praxis der Kunstförderung, die durch die zwangsweise Verbindung von Kunst und Staat gekennzeichnet war.

Die Gleichschaltung der Freunde bedeutete den Verlust der Selbstständigkeit und die Ausrichtung der Vereinsaktivitäten auf die Ziele der nationalsozialistischen Regierung. Entscheidend für diesen Kurswechsel wurde die Vorstandssitzung am 10. Juni 1933. Der Dichter und Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer spielte als Repräsentant des Kampfbundes für deutsche Kultur die maßgebliche Rolle. Der Kampfbund war eine NSDAP-nahe Organisation, die einen völkisch-rassistischen Kunstbegriff vertrat. Obwohl Niemeyer seit 1927 nicht mehr dem Vorstand des Vereins angehörte, nahm er gegen den Widerstand Gustav Paulis und der übrigen Vorstandsmitglieder an der Sitzung teil, um eine vom Kampfbund erstellte Vorstandsliste einzubringen.

Als Ergebnis der Sitzung schickte Pauli noch am selben Tag eine Vorschlagliste für die Wahl des neuen Vorstandes der Freunde an den Kampfbund. Dies war seine letzte Amtshandlung für die Freunde der Kunsthalle. Der neue Vorstand wurde dann nicht mehr gewählt, sondern vom Ersten Bürgermeister Carl Vincent Krogmann bestimmt und war bis auf zwei Ausnahmen völlig neu zusammengesetzt.

Neuer Vorsitzender wurde Hermann Maetzig, der ab Anfang Oktober auch die Amtsgeschäfte in der Kunsthalle leitete; Pauli wurde Ende September 1933 als Direktor der Kunsthalle in den Ruhestand versetzt. Von Seiten der Vereinsmitglieder gab es keinerlei Widerstände gegen die Neubesetzung des Vorstandes, sie bestätigten diesen nach kurzer Aussprache auf ihrer Mitgliederversammlung am 31. Oktober 1933.

Die Ära Maetzig währte nicht lange. Bereits im April 1934 musste er wegen seiner Zugehörigkeit zu den Freimaurern alle Ämter aufgeben. Sein Nachfolger Wilhelm Freiherr Kleinschmit von Lengefeld blieb bis August 1937 verantwortlicher Leiter der Kunsthalle und Vorsitzender der Freunde. An der Aktion »entartete Kunst«, der im Sommer 1937 die von Pauli aufgebaute Sammlung der Moderne zum Opfer fiel, war er allerdings nicht beteiligt. In Kleinschmits Amtszeit kam es jedoch zum Ausschluss der jüdischen Vereinsmitglieder. Dies markiert das schwärzeste Kapitel in der Geschichte des Vereins.

Zu Beginn des Jahres 1936 wurde die Satzung der Freunde offiziell um einen „Arierparagraphen“ ergänzt. Doch bereits am Ende des Geschäftsjahres 1935 hatten die jüdischen Mitglieder den Verein verlassen müssen. Im September 1935 wurde das neue Veranstaltungsprogramm mit einer Mitteilung Kleinschmits versandt. Dort hieß es, die Mitgliedskarte werde nur an solche Personen ausgestellt, die eine Erklärung unterschrieben, dass sie »arischer Abstammung« seien.

Allein 29 jüdische Stifter, also finanziell besonders engagierte Mitglieder, mussten im September und Oktober 1935 den Verein verlassen. Unter ihnen finden sich so berühmte Namen wie Bleichröder, Budge oder Warburg. Hinzu kamen noch ungefähr 100 ordentliche Mitglieder, die ausgeschlossen wurden. Vor diesem Hintergrund verwundert wenig, dass die Mitgliederzahl der Freunde im Jahr 1936 mit 1.124 Mitgliedern einen historischen Tiefststand erreichte.

Das Vortragsprogramm der Freunde während der NS-Zeit gestaltete in erster Linie Wilhelm Niemeyer, der seit August 1933 Schriftführer des Vereins war. Wie bereits Pauli gelang es auch ihm, eine Reihe bekannter deutscher Kunsthistoriker zu gewinnen. Es sprachen Universitätsprofessoren wie Hans Jantzen, Hans Kauffmann oder der mit Niemeyer befreundete Wilhelm Pinder. Obwohl die Kunsthalle mit Beginn des Zweiten Weltkrieges für das Publikum geschlossen wurde, boten die Freunde weiterhin Vorträge an. Diese wiesen allerdings – anders als zu Zeiten der Weimarer Republik – inhaltlich nur wenig direkte Bezüge zum Sammlungsbestand der Kunsthalle auf.
Kriegszerstörungen im Lesesaal des Kupferstichkabinetts, 1944
Unter dem Hakenkreuz
Auch in der Geschichte der Freunde der Kunsthalle stellt die Machtergreifung der Nationalsozialisten einen tiefen Einschnitt dar. Das NS-Regime entwickelte eine Praxis der Kunstförderung, die durch die zwangsweise Verbindung von Kunst und Staat gekennzeichnet war.

Die Gleichschaltung der Freunde bedeutete den Verlust der Selbstständigkeit und die Ausrichtung der Vereinsaktivitäten auf die Ziele der nationalsozialistischen Regierung. Entscheidend für diesen Kurswechsel wurde die Vorstandssitzung am 10. Juni 1933. Der Dichter und Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer spielte als Repräsentant des Kampfbundes für deutsche Kultur die maßgebliche Rolle. Der Kampfbund war eine NSDAP-nahe Organisation, die einen völkisch-rassistischen Kunstbegriff vertrat. Obwohl Niemeyer seit 1927 nicht mehr dem Vorstand des Vereins angehörte, nahm er gegen den Widerstand Gustav Paulis und der übrigen Vorstandsmitglieder an der Sitzung teil, um eine vom Kampfbund erstellte Vorstandsliste einzubringen.

Als Ergebnis der Sitzung schickte Pauli noch am selben Tag eine Vorschlagliste für die Wahl des neuen Vorstandes der Freunde an den Kampfbund. Dies war seine letzte Amtshandlung für die Freunde der Kunsthalle. Der neue Vorstand wurde dann nicht mehr gewählt, sondern vom Ersten Bürgermeister Carl Vincent Krogmann bestimmt und war bis auf zwei Ausnahmen völlig neu zusammengesetzt.

Neuer Vorsitzender wurde Hermann Maetzig, der ab Anfang Oktober auch die Amtsgeschäfte in der Kunsthalle leitete; Pauli wurde Ende September 1933 als Direktor der Kunsthalle in den Ruhestand versetzt. Von Seiten der Vereinsmitglieder gab es keinerlei Widerstände gegen die Neubesetzung des Vorstandes, sie bestätigten diesen nach kurzer Aussprache auf ihrer Mitgliederversammlung am 31. Oktober 1933.

Die Ära Maetzig währte nicht lange. Bereits im April 1934 musste er wegen seiner Zugehörigkeit zu den Freimaurern alle Ämter aufgeben. Sein Nachfolger Wilhelm Freiherr Kleinschmit von Lengefeld blieb bis August 1937 verantwortlicher Leiter der Kunsthalle und Vorsitzender der Freunde. An der Aktion »entartete Kunst«, der im Sommer 1937 die von Pauli aufgebaute Sammlung der Moderne zum Opfer fiel, war er allerdings nicht beteiligt. In Kleinschmits Amtszeit kam es jedoch zum Ausschluss der jüdischen Vereinsmitglieder. Dies markiert das schwärzeste Kapitel in der Geschichte des Vereins.

Zu Beginn des Jahres 1936 wurde die Satzung der Freunde offiziell um einen „Arierparagraphen“ ergänzt. Doch bereits am Ende des Geschäftsjahres 1935 hatten die jüdischen Mitglieder den Verein verlassen müssen. Im September 1935 wurde das neue Veranstaltungsprogramm mit einer Mitteilung Kleinschmits versandt. Dort hieß es, die Mitgliedskarte werde nur an solche Personen ausgestellt, die eine Erklärung unterschrieben, dass sie »arischer Abstammung« seien.

Allein 29 jüdische Stifter, also finanziell besonders engagierte Mitglieder, mussten im September und Oktober 1935 den Verein verlassen. Unter ihnen finden sich so berühmte Namen wie Bleichröder, Budge oder Warburg. Hinzu kamen noch ungefähr 100 ordentliche Mitglieder, die ausgeschlossen wurden. Vor diesem Hintergrund verwundert wenig, dass die Mitgliederzahl der Freunde im Jahr 1936 mit 1.124 Mitgliedern einen historischen Tiefststand erreichte.

Das Vortragsprogramm der Freunde während der NS-Zeit gestaltete in erster Linie Wilhelm Niemeyer, der seit August 1933 Schriftführer des Vereins war. Wie bereits Pauli gelang es auch ihm, eine Reihe bekannter deutscher Kunsthistoriker zu gewinnen. Es sprachen Universitätsprofessoren wie Hans Jantzen, Hans Kauffmann oder der mit Niemeyer befreundete Wilhelm Pinder. Obwohl die Kunsthalle mit Beginn des Zweiten Weltkrieges für das Publikum geschlossen wurde, boten die Freunde weiterhin Vorträge an. Diese wiesen allerdings – anders als zu Zeiten der Weimarer Republik – inhaltlich nur wenig direkte Bezüge zum Sammlungsbestand der Kunsthalle auf.
Hans Harder Biermann-Ratjen, Präses der Kulturbehörde (1945 und 1953-1966)
Neubeginn
Nach dem Zusammenbruch des »Dritten Reiches« standen auch die Freunde der Kunsthalle vor einem kompletten Neuanfang, der unter schwierigen Bedingungen erfolgreich angegangen wurde.

Die erste Nachkriegssitzung des neuen Vereinsvorstands fand am 22. Oktober 1945 statt. Mit Ausnahme Hans Harder Biermann-Ratjens, der im Juni 1945 Präses der Kulturbehörde geworden war, schieden alle alten Vorstandsmitglieder aus dem Amt. Biermann-Ratjen wurde für kurze Zeit Vorsitzender der Freunde und blieb bis 1951 im Vereinsvorstand aktiv. Diesem gehörte nun auch Carl Georg Heise an, seit Oktober 1945 neuer Direktor der Kunsthalle. Er war es, der in den folgenden Jahren das Veranstaltungsprogramm der Freunde gestaltete.

Heise war bestrebt, inhaltlich eine Zäsur zur vorangegangenen Zeit zu setzen und dem Vortragswesen der Freunde die Internationalität wiederzugeben, die es während der NS-Zeit verloren hatte. So organisierte er 1948 mit Unterstützung der britischen Militärregierung die Vortragsreihe »Englische Kunst«. Nach und nach gelang es dem neuen Kunsthallendirektor wieder, bedeutende auswärtige Referenten für Vorträge bei den Freunden nach Hamburg zu holen, so z. B. Herbert von Einem, Ludwig Curtius oder Romano Guardini.

Die erste Aktivität des Vereins nach dem Krieg war die Organisation der Ausstellung »Meisterwerke aus dem Besitz der Hamburger Kunsthalle«, die in den Oberlichträumen der Kunsthandlung Louis Bock & Sohn in den Großen Bleichen 34 vom Spätherbst 1945 bis zum Frühling 1946 stattfand. Seitdem haben die Freunde immer wieder Ausstellungen der Kunsthalle unterstützt, auch durch den Druck von Katalogen oder durch die Übernahme des Katalogverkaufs.

Unmittelbar nach dem Krieg hatten die Freunde viel Zulauf. 1946 stieg die Mitgliederzahl auf über 2.500 Mitglieder und erreichte damit wieder die Höhe des Jahres 1927. Wie schon in der Gründungsphase des Vereins hatten auch in den Nachkriegsjahren viele Hamburger das Bedürfnis, sich »in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Erschütterung« mit Kunst zu beschäftigen.

Im Herbst 1950 nahmen die Freunde wieder Exkursionen in ihr Programm auf. Die Ausflüge führten zunächst in Orte der näheren Umgebung wie Lübeck und Bremen, später dann auch nach Seebüll und Berlin. Mit den wachsenden Reisemöglichkeiten der fortschreitenden 1950er Jahre schlossen sich Fahrten nach Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Italien, Österreich und Spanien an.

Außerdem erweiterten die Freunde Anfang der 1950er Jahre das Sortiment des Verkaufsstandes, den sie bereits seit 1924 in der Kunsthalle betrieben. Nunmehr wurden auch Postkarten angeboten, die vom Verein produziert wurden. 1960 wurde ein neuer Stand in der Rotunde eröffnet, mit dem die Verkaufstätigkeit stark zunahm.

Das Vereinsleben der Freunde war bis in die Mitte der 1950er Jahre hinein durch Kriegseinwirkungen stark beeinträchtigt. Der Vortragssaal der Kunsthalle war 1944 durch Bombentreffer beschädigt worden. Dadurch war der Kern der Vereinstätigkeiten, das Vortragswesen, am gewohnten Ort zum Erliegen gekommen. Die Vorträge und ihre Besucher begaben sich auf eine lange Wanderschaft: Vom Thalia-Theater in die Musikhalle, später in die Aula der Schule Curschmannstraße und die Klosterschule beim Berliner Tor, ab Frühjahr 1948 dann in den Hörsaal A der Universität, dem damaligen Auditorium Maximum.

Die Einschränkungen der Nachkriegszeit gingen für die Freunde mit der Eröffnung des neuen Vortragsaales der Kunsthalle zu Ende, der nach dreijähriger Bauzeit seit dem 18. Januar 1954 wieder zur Verfügung stand. Das Interesse an den Vorträgen war jetzt so groß, dass der neu errichtete Saal mit 750 Sitzen trotz der Wiederholung jedes Vortrags nicht ausreichte. Auf Verlangen der Feuerpolizei kam es zu einem Aufnahmestopp bei den Freunden, der erst 1958 aufgehoben wurde, als jeder Vortrag dreimal gehalten wurde – ein Unikum bei einem deutschen Museumsförderverein.
Hans Harder Biermann-Ratjen, Präses der Kulturbehörde (1945 und 1953-1966)
Neubeginn
Nach dem Zusammenbruch des »Dritten Reiches« standen auch die Freunde der Kunsthalle vor einem kompletten Neuanfang, der unter schwierigen Bedingungen erfolgreich angegangen wurde.

Die erste Nachkriegssitzung des neuen Vereinsvorstands fand am 22. Oktober 1945 statt. Mit Ausnahme Hans Harder Biermann-Ratjens, der im Juni 1945 Präses der Kulturbehörde geworden war, schieden alle alten Vorstandsmitglieder aus dem Amt. Biermann-Ratjen wurde für kurze Zeit Vorsitzender der Freunde und blieb bis 1951 im Vereinsvorstand aktiv. Diesem gehörte nun auch Carl Georg Heise an, seit Oktober 1945 neuer Direktor der Kunsthalle. Er war es, der in den folgenden Jahren das Veranstaltungsprogramm der Freunde gestaltete.

Heise war bestrebt, inhaltlich eine Zäsur zur vorangegangenen Zeit zu setzen und dem Vortragswesen der Freunde die Internationalität wiederzugeben, die es während der NS-Zeit verloren hatte. So organisierte er 1948 mit Unterstützung der britischen Militärregierung die Vortragsreihe »Englische Kunst«. Nach und nach gelang es dem neuen Kunsthallendirektor wieder, bedeutende auswärtige Referenten für Vorträge bei den Freunden nach Hamburg zu holen, so z. B. Herbert von Einem, Ludwig Curtius oder Romano Guardini.

Die erste Aktivität des Vereins nach dem Krieg war die Organisation der Ausstellung »Meisterwerke aus dem Besitz der Hamburger Kunsthalle«, die in den Oberlichträumen der Kunsthandlung Louis Bock & Sohn in den Großen Bleichen 34 vom Spätherbst 1945 bis zum Frühling 1946 stattfand. Seitdem haben die Freunde immer wieder Ausstellungen der Kunsthalle unterstützt, auch durch den Druck von Katalogen oder durch die Übernahme des Katalogverkaufs.

Unmittelbar nach dem Krieg hatten die Freunde viel Zulauf. 1946 stieg die Mitgliederzahl auf über 2.500 Mitglieder und erreichte damit wieder die Höhe des Jahres 1927. Wie schon in der Gründungsphase des Vereins hatten auch in den Nachkriegsjahren viele Hamburger das Bedürfnis, sich »in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Erschütterung« mit Kunst zu beschäftigen.

Im Herbst 1950 nahmen die Freunde wieder Exkursionen in ihr Programm auf. Die Ausflüge führten zunächst in Orte der näheren Umgebung wie Lübeck und Bremen, später dann auch nach Seebüll und Berlin. Mit den wachsenden Reisemöglichkeiten der fortschreitenden 1950er Jahre schlossen sich Fahrten nach Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Italien, Österreich und Spanien an.

Außerdem erweiterten die Freunde Anfang der 1950er Jahre das Sortiment des Verkaufsstandes, den sie bereits seit 1924 in der Kunsthalle betrieben. Nunmehr wurden auch Postkarten angeboten, die vom Verein produziert wurden. 1960 wurde ein neuer Stand in der Rotunde eröffnet, mit dem die Verkaufstätigkeit stark zunahm.

Das Vereinsleben der Freunde war bis in die Mitte der 1950er Jahre hinein durch Kriegseinwirkungen stark beeinträchtigt. Der Vortragssaal der Kunsthalle war 1944 durch Bombentreffer beschädigt worden. Dadurch war der Kern der Vereinstätigkeiten, das Vortragswesen, am gewohnten Ort zum Erliegen gekommen. Die Vorträge und ihre Besucher begaben sich auf eine lange Wanderschaft: Vom Thalia-Theater in die Musikhalle, später in die Aula der Schule Curschmannstraße und die Klosterschule beim Berliner Tor, ab Frühjahr 1948 dann in den Hörsaal A der Universität, dem damaligen Auditorium Maximum.

Die Einschränkungen der Nachkriegszeit gingen für die Freunde mit der Eröffnung des neuen Vortragsaales der Kunsthalle zu Ende, der nach dreijähriger Bauzeit seit dem 18. Januar 1954 wieder zur Verfügung stand. Das Interesse an den Vorträgen war jetzt so groß, dass der neu errichtete Saal mit 750 Sitzen trotz der Wiederholung jedes Vortrags nicht ausreichte. Auf Verlangen der Feuerpolizei kam es zu einem Aufnahmestopp bei den Freunden, der erst 1958 aufgehoben wurde, als jeder Vortrag dreimal gehalten wurde – ein Unikum bei einem deutschen Museumsförderverein.
Werner Hofmann und Alfred Hentzen in der Sammlung Alter Meister vor einer Flusslandschaft
Die 1960er- und 1970er-Jahre
Dem großen Ansturm folgte seit Beginn der 1960er-Jahre eine Phase nachlassender Resonanz. Die Vorträge der Freunde fanden nicht mehr den Zulauf wie zuvor. In Hamburg lockte ein immer breiter gefächertes kulturelles Angebot, mit dem das Veranstaltungsprogramm der Freunde konkurrieren musste.

1972 übernahm Alfred Hentzen, der 1969 als Direktor der Kunsthalle in den Ruhestand getreten war, offiziell den Vorsitz des Vereins, den er de facto schon in den 1960er-Jahren geleitet hatte. Bei aller Bedeutung, die er als Direktor für die Kunsthalle hatte – als Mitglied des Vorstandes der Freunde und als dessen Vorsitzender konnte er wenig dazu beitragen, die Probleme, die den Verein zunehmend belasteten, zu lösen.

Die Mitgliederzahl der Freunde schrumpfte dramatisch: Innerhalb von 5 Jahren ging sie bis Ende 1969 um mehr als ein Drittel zurück. Die Talsohle war 1974 erreicht, als dem Verein nur noch 1.134 Personen angehörten. Obwohl das Vortragswesen der Freunde in den 1960er-Jahren an Publikumszuspruch verlor, wiesen die Vorträge weiterhin ein hohes Niveau auf. Auch in dieser Zeit kamen zahlreiche renommierte Kunsthistoriker in den Vortragssaal der Kunsthalle, so etwa Wolfgang Braunfels, Max Imdahl, Otto Pächt oder Sir Nikolaus Pevsner.

Seit 1969, also mit Beginn der Amtszeit Werner Hofmanns als Kunsthallendirektor, bezogen sich die Vortragszyklen der Freunde dann verstärkt auf die jeweiligen Ausstellungen der Kunsthalle. Dies gilt etwa für die Wintervorträge über »Manets ‚Nana’ – Mythos und Wirklichkeit« (1972), »Landschaftsmalerei zur Zeit Caspar David Friedrichs« (1974), »Goya« (1980) oder »Picasso« (1981).
Werner Hofmann und Alfred Hentzen in der Sammlung Alter Meister vor einer Flusslandschaft
Die 1960er- und 1970er-Jahre
Dem großen Ansturm folgte seit Beginn der 1960er-Jahre eine Phase nachlassender Resonanz. Die Vorträge der Freunde fanden nicht mehr den Zulauf wie zuvor. In Hamburg lockte ein immer breiter gefächertes kulturelles Angebot, mit dem das Veranstaltungsprogramm der Freunde konkurrieren musste.

1972 übernahm Alfred Hentzen, der 1969 als Direktor der Kunsthalle in den Ruhestand getreten war, offiziell den Vorsitz des Vereins, den er de facto schon in den 1960er-Jahren geleitet hatte. Bei aller Bedeutung, die er als Direktor für die Kunsthalle hatte – als Mitglied des Vorstandes der Freunde und als dessen Vorsitzender konnte er wenig dazu beitragen, die Probleme, die den Verein zunehmend belasteten, zu lösen.

Die Mitgliederzahl der Freunde schrumpfte dramatisch: Innerhalb von 5 Jahren ging sie bis Ende 1969 um mehr als ein Drittel zurück. Die Talsohle war 1974 erreicht, als dem Verein nur noch 1.134 Personen angehörten. Obwohl das Vortragswesen der Freunde in den 1960er-Jahren an Publikumszuspruch verlor, wiesen die Vorträge weiterhin ein hohes Niveau auf. Auch in dieser Zeit kamen zahlreiche renommierte Kunsthistoriker in den Vortragssaal der Kunsthalle, so etwa Wolfgang Braunfels, Max Imdahl, Otto Pächt oder Sir Nikolaus Pevsner.

Seit 1969, also mit Beginn der Amtszeit Werner Hofmanns als Kunsthallendirektor, bezogen sich die Vortragszyklen der Freunde dann verstärkt auf die jeweiligen Ausstellungen der Kunsthalle. Dies gilt etwa für die Wintervorträge über »Manets ‚Nana’ – Mythos und Wirklichkeit« (1972), »Landschaftsmalerei zur Zeit Caspar David Friedrichs« (1974), »Goya« (1980) oder »Picasso« (1981).
Aufbruch
Nach einer Reihe von personellen Änderungen im Vorstand gewann das Vereinsleben der Freunde Mitte der 1980er-Jahre wieder an Dynamik. In dieser Zeit begannen die Freunde, sich zu dem Verein in seiner heutigen Form zu entwickeln.

Schon in ihrer Gründungszeit hatten die Freunde Exkursionen und Reisen veranstaltet. Allerdings waren diese seit 1971 nicht mehr angeboten worden. Das begann sich 1986 zu ändern, als der Vorstand des Vereins eine Projektgruppe »Reisen« gründete. Zwei Jahre später wurde dann das Reiseprogramm ins Leben gerufen, welches zunehmend an Profil gewann. Außerdem griffen die Freunde 1986 ein weitere Tradition aus ihren Anfangsjahren wieder auf: exklusive Führungen, Vorbesichtigungen und Sondereröffnungen in der Kunsthalle für Vereinsmitglieder.

1990 wurde ein stark erweitertes Angebot an Führungen, Seminaren, Tagesfahrten und Kunstreisen vorgelegt, das auf außerordentliches Interesse bei den Mitgliedern stieß und in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 203 Veranstaltungen angeboten, an denen mehr als 4.300 Vereinsmitglieder teilnahmen.

Neben das klassische Tätigkeitsfeld Kunstvermittlung trat zu Beginn der 1990er-Jahre eine weitere Aktivität, die zunehmend an Bedeutung gewann: die finanzielle Unterstützung der Kunsthalle. Engagierten sich die Freunde bis 1990 nur selten mit Ankäufen, so haben sie dieser seitdem über 70 Werke ganz verschiedener Art geschenkt, u. a. von Georg Baselitz, Max Beckmann, Lovis Corinth, Erich Heckel, David Hockney, Ernst Ludwig Kirchner, Gustav Klimt, Max Liebermann, Mario Merz, Sigmar Polke, Anita Rée, Gerhard Richter, Phillip Otto Runge und Richard Serra.

Die Freunde weiteten ihre Unterstützung der Kunsthalle aber auch auf andere Bereiche aus: 1991 begannen sie, neben Ausstellungs- und Bestandskatalogen auch die neu gegründete »Kleinen Reihe« mit zu finanzieren. Diese behandelt in ihren einzelnen Bänden Themen, die in Zusammenhang mit der Kunsthalle, ihren Sammlungen und Ausstellungen stehen. 1996 richteten die Freunde das Gustav-Pauli-Volontariat ein, eine zusätzliche Volontärsstelle für die Kunsthalle.2002 griffen sie mit der Förderung der Ausstellung »Expedition Kunst« einmal mehr eine Tradition aus ihren Anfangsjahren auf. Dies wurde in der Folgezeit fortgesetzt, so z. B. 2007 als der Verein als Hauptförderer der Ausstellung »Das schwarze Quadrat. Hommage an Malewitsch« auftrat.

Seit Ende der 1980er-Jahre entwickelten sich aus dem alten Verkaufsstand der Freunde nach und nach moderne Museumsshops. Diese sind eine wichtige Quelle, um die finanzielle Unterstützung für die Kunsthalle realisieren zu können. Derzeit gibt es drei von ihnen: im Altbau der Kunsthalle, in der Galerie der Gegenwart und im Hubertus-Wald-Forum. Außerdem wurde 2004 ein Onlineshop mit einem umfangreichen Angebot eingerichtet.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder mehr als versechsfacht. Waren es 1990 noch 2.731, so konnten die Freunde im Februar 2000 ihr 10.000. und im September 2008 ihr 17.000. Mitglied begrüßen. Dem Verein gehören viele junge Berufstätige, Auszubildende und Studierende an, für die mit dem Programm der Jungen Freunde und mit der Nachwuchsorganisation kunst meets kommilitonen spezielle Angebote eingerichtet wurden.

Im Januar 2003 wurde auf Initiative des Vorsitzenden der Freunde, Dr. Ekkehard Nümann, der Bundesverband der Fördervereine Deutscher Museen für bildende Kunst gegründet. Ziel dieses Dachverbandes, der von der Geschäftsstelle der Freunde betreut wird, ist es, die Zusammenarbeit der inzwischen 50 Mitgliedsvereine zu vernetzen. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zu den Anfangsjahren der Freunde: Bereits Gustav Pauli hob in den 1920er Jahren auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses »geistesverwandter Organisationen« ab.

Text: Johannes Gerhardt
Aufbruch
Nach einer Reihe von personellen Änderungen im Vorstand gewann das Vereinsleben der Freunde Mitte der 1980er-Jahre wieder an Dynamik. In dieser Zeit begannen die Freunde, sich zu dem Verein in seiner heutigen Form zu entwickeln.

Schon in ihrer Gründungszeit hatten die Freunde Exkursionen und Reisen veranstaltet. Allerdings waren diese seit 1971 nicht mehr angeboten worden. Das begann sich 1986 zu ändern, als der Vorstand des Vereins eine Projektgruppe »Reisen« gründete. Zwei Jahre später wurde dann das Reiseprogramm ins Leben gerufen, welches zunehmend an Profil gewann. Außerdem griffen die Freunde 1986 ein weitere Tradition aus ihren Anfangsjahren wieder auf: exklusive Führungen, Vorbesichtigungen und Sondereröffnungen in der Kunsthalle für Vereinsmitglieder.

1990 wurde ein stark erweitertes Angebot an Führungen, Seminaren, Tagesfahrten und Kunstreisen vorgelegt, das auf außerordentliches Interesse bei den Mitgliedern stieß und in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 203 Veranstaltungen angeboten, an denen mehr als 4.300 Vereinsmitglieder teilnahmen.

Neben das klassische Tätigkeitsfeld Kunstvermittlung trat zu Beginn der 1990er-Jahre eine weitere Aktivität, die zunehmend an Bedeutung gewann: die finanzielle Unterstützung der Kunsthalle. Engagierten sich die Freunde bis 1990 nur selten mit Ankäufen, so haben sie dieser seitdem über 70 Werke ganz verschiedener Art geschenkt, u. a. von Georg Baselitz, Max Beckmann, Lovis Corinth, Erich Heckel, David Hockney, Ernst Ludwig Kirchner, Gustav Klimt, Max Liebermann, Mario Merz, Sigmar Polke, Anita Rée, Gerhard Richter, Phillip Otto Runge und Richard Serra.

Die Freunde weiteten ihre Unterstützung der Kunsthalle aber auch auf andere Bereiche aus: 1991 begannen sie, neben Ausstellungs- und Bestandskatalogen auch die neu gegründete »Kleinen Reihe« mit zu finanzieren. Diese behandelt in ihren einzelnen Bänden Themen, die in Zusammenhang mit der Kunsthalle, ihren Sammlungen und Ausstellungen stehen. 1996 richteten die Freunde das Gustav-Pauli-Volontariat ein, eine zusätzliche Volontärsstelle für die Kunsthalle.2002 griffen sie mit der Förderung der Ausstellung »Expedition Kunst« einmal mehr eine Tradition aus ihren Anfangsjahren auf. Dies wurde in der Folgezeit fortgesetzt, so z. B. 2007 als der Verein als Hauptförderer der Ausstellung »Das schwarze Quadrat. Hommage an Malewitsch« auftrat.

Seit Ende der 1980er-Jahre entwickelten sich aus dem alten Verkaufsstand der Freunde nach und nach moderne Museumsshops. Diese sind eine wichtige Quelle, um die finanzielle Unterstützung für die Kunsthalle realisieren zu können. Derzeit gibt es drei von ihnen: im Altbau der Kunsthalle, in der Galerie der Gegenwart und im Hubertus-Wald-Forum. Außerdem wurde 2004 ein Onlineshop mit einem umfangreichen Angebot eingerichtet.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder mehr als versechsfacht. Waren es 1990 noch 2.731, so konnten die Freunde im Februar 2000 ihr 10.000. und im September 2008 ihr 17.000. Mitglied begrüßen. Dem Verein gehören viele junge Berufstätige, Auszubildende und Studierende an, für die mit dem Programm der Jungen Freunde und mit der Nachwuchsorganisation kunst meets kommilitonen spezielle Angebote eingerichtet wurden.

Im Januar 2003 wurde auf Initiative des Vorsitzenden der Freunde, Dr. Ekkehard Nümann, der Bundesverband der Fördervereine Deutscher Museen für bildende Kunst gegründet. Ziel dieses Dachverbandes, der von der Geschäftsstelle der Freunde betreut wird, ist es, die Zusammenarbeit der inzwischen 50 Mitgliedsvereine zu vernetzen. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zu den Anfangsjahren der Freunde: Bereits Gustav Pauli hob in den 1920er Jahren auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses »geistesverwandter Organisationen« ab.

Text: Johannes Gerhardt