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#3015

Kirchenbau der Moderne in Hamburg, Teil III: Die St.-Jakobus-Kirche in Lurup

Architekturführung mit Dipl.-Ing. Sabine Kock
15. August 2019 (16.30 Uhr - 18.00 Uhr)

100 Jahre Bauhaus – das Jubiläumsjahr ist Anlass, den Einfluss der Schule zu beleuchten und ihre Wirkungsmacht bis heute zu verfolgen. Für uns wird es Ausgangspunkt einer Reise durch den modernen Kirchenbau in Hamburg. Raum und Licht, Material und Form bleiben auch in den unterschiedlichen Spielarten der Nachkriegsmoderne zentrale Aspekte unserer Erkundungen.

Farmsen ist geprägt von seinen nach dem Krieg entstandenen Gartenstädten. Mit Flachdächern und differenzierten Wohnhaustypen folgen die Siedlungseinheiten den Maximen von „Licht, Luft und Sonne“ und schöpfen aus den Wohnungsbau-Experimenten des „Neuen Bauens“. Für den Neubau der Erlöserkirche im Jahr 1960 griff der Architekt Kurt Schwarze (1900–1976) jedoch noch eine andere Entwicklungslinie der Moderne auf. Die Erprobung neuer Materialien und Technologien führte seit den 1920er-Jahren zur Konstruktion von Schalenbauten, die durch den Stahlbeton veränderte Raumbegriffe ermöglichten. Welch extravagante Wirkung eine parabelförmige Betonhaut in einem Kirchenraum entwickeln kann und wie Tageslichtschlitze und Kunstlicht mit stetigem, indirektem Lichteinfall eine transzendentale Wirkung zu entfalten vermögen, wird unser Besuch erfahrbar machen.

Der Name von Walter Bunsmann (1928–2017) ist untrennbar mit der Hamburgischen Architektenkammer verbunden, deren langjähriger Präsident er war. Dass er neben seiner Förderung der gesellschaftlichen Bedeutung von Architektur vor allem auch unverwechselbare sakrale Räume geschaffen hat, ist weit weniger bekannt. Wir wollen erkunden, wie Bunsmann mit der katholischen Kirche St. Jakobus in Lurup 1971 den Reformen des Gottesdienstes ein räumliches Gedächtnis gegeben hat und wie er darüber hinaus mit der organischen Grundfigur eine weitere Seitenlinie der Moderne in den Kirchenraum übertrug.

LEITUNG Dipl.-Ing. Sabine Kock
TERMIN Donnerstag, 15. August 2019, 16.30 bis 18 Uhr (St.-Jakobus-Kirche)
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro
Anmeldung erforderlich

Dipl.-Ing. Sabine Kock
Dipl.-Ing. Sabine Kock
Studium der Architektur; freiberufliche Tätigkeit als Dipl.-Ing. Architektur; Veranstaltungsangebote zur Architektur und zum Städtebau für die Freunde der Kunsthalle e. V. und die Hamburgische Architektenkammer; langjährige Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiendekanin an der AMD Akademie Mode & Design, Fachbereich Design der Hochschule Fresenius in Hamburg. Mitglied des Kuratoriums der internationalen Künstlerinnenstiftung „Die Höge“; seit März 2019 Co-Leiterin des Hamburgischen Architekturarchivs.